muss ein Anwalt über die Kosten aufklären, Was kostet eine einfache Scheidung?
8273
page-template-default,page,page-id-8273,page-child,parent-pageid-8246,eltd-core-1.2,woly-ver-1.2,eltd-smooth-scroll,eltd-smooth-page-transitions,eltd-mimic-ajax,eltd-grid-1200,eltd-blog-installed,eltd-main-style1,eltd-header-standard,eltd-sticky-header-on-scroll-up,eltd-default-mobile-header,eltd-sticky-up-mobile-header,eltd-menu-item-first-level-bg-color,eltd-dropdown-slide-from-bottom,eltd-,eltd-header-standard-disable-transparency,wpb-js-composer js-comp-ver-5.5.4,vc_responsive

Tipps zur Senkung der Verfahrenskosten

In einer Trennungssituation ist die Unterhaltsfrage ein brenzliges und auch existenzielles Thema. Sie sollten daher alle Informationen über die Einkünfte (in jeder Hinsicht) und die Ausgaben sichten und idealerweise beleghaft in Ihren Besitz bringen. Mit diesen Belegen und Angaben über die beiderseitigen Einkünfte kann dann unter weiterer Berücksichtigung von Kindesunterhalt von einem Fachanwalt für Familienrecht eine Berechnung möglicher Unterhaltsleistungen durchgeführt werden.

Unterhaltskorridor

Verschaffen Sie sich Klarheit darüber, in welchem Bereich Verhandlungsspielraum (aller Voraussicht nach) besteht. So definieren Sie einen individuellen Unterhaltskorridor, den Sie dann in die Verhandlungen einbringen und mit dem Sie auch relativ gut verlässlich – abhängig von der Qualität der fachanwaltlichen Berechnung und Beratung – Ihre No-Go’s in der Unterhaltshöhe artikulieren können. Aber auch da ist außerhalb der juristischen Dimension immer die individuelle Entscheidung maßgeblich, so dass es sich letzten Endes wirtschaftlich überhaupt nicht lohnen dürfte, hier bspw. über 50,00 € zu streiten.

Maß der Dinge

Es sollte aber ein Maß sein, dass für Sie abhängig von den wirtschaftlichen Verhältnissen in der Ehezeit eine auskömmliche Lebensführung ermöglicht und auf der anderen Seite den Verpflichteten nicht derart beschneidet, dass kurz- oder mittelfristig die Arbeitsaufgabe oder eine deutliche Reduzierung des Erwerbseinkommens bspw. durch Krankheit erfolgt. Es geht darum, die Unterhaltsverpflichtung auf ein auf Sie zugeschnittenes angemessenes Maß herunter zu brechen.

Feststellung und Titulierung des Unterhalts

Nur dann, wenn sich Differenzen auftun, die eine Kompromissbereitschaft ausschließen – also bspw. bei einem Unterhaltskorridor von 800,00 € bis 1.000,00 € wird Ihnen angeboten, 100,00 € zu bekommen -, sollte der gerichtliche Weg zur Feststellung und Titulierung dieses Unterhalts beschritten werden. Sie haben zwar Gerichtskosten einzuzahlen und müssen auch Gebühren für Ihren eigenen Rechtsanwalt aufbringen; bei normalem Lauf der Dinge sollte aber eine dementsprechende Unterhaltsverpflichtung gerichtlich bestätigt werden, so dass dann auch im Ergebnis die Verfahrenskosten von der Gegenseite an Sie erstattet werden müssten.

Vermeidbare Mehrkosten für gegnerischen Anwalt und Gericht sind aus meiner Sicht in den meisten Fällen ein Argument für einen außergerichtlichen Kompromiss.
Bei einer Größenordnung, die in den aufgezeigten Fällen schnell einige tausend Euro erreichen kann, kann sich eine Erhöhung der Kompromissbereitschaft, die sich in der Anhebung des Unterhalts pro Monat niederschlagen kann, letztlich für beide Seiten rechnen.

Lassen Sie sich in jedem Fall vor oder unmittelbar nach einer Trennung fachanwaltlich beraten. Sammeln Sie alle verfügbaren Zahlen und Fakten über die wirtschaftlichen Verhältnisse, alle Einnahmen, alle Ausgaben etc. und legen Sie diese Ihrem Fachanwalt vor. Bestehen Sie auf eine realistische Risikokalkulation und lassen Sie sich eine Unterhaltsberechnung anhand dieser Zahlen schriftlich zusenden/übergeben. Artikulieren Sie deutlich, dass Sie kompromissbereit sind (wenn Sie es sind!) und signalisieren Ihrem Fachanwalt, dass er dementsprechend möglichst einen außergerichtlichen Vergleich erzielen soll. Definieren Sie dafür die absolute Untergrenze Ihres Unterhaltsbedarfs.