Versorgungsausgleich bei Ehescheidung | Artvocati
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Versorgungsausgleich

Der Versorgungsausgleich führt einen Wertausgleich der ehezeitlichen Rentenanwartschaften durch. Er ist obligatorisch bei der Ehescheidung. Die Rentenanwartschaften werden in Bezug auf die Ehezeit ermittelt, und zwar für jeden Ehegatten. Darunter fallen gesetzliche Ansprüche auf Rente genau so wie private Rentenversicherungen.

Die Eheleute erhalten nach Zustellung des Scheidungsantrages vom Familiengericht Formulare, in denen sie über ihre bisherigen Rentenversicherungen Auskunft erteilen müssen. Alle Zahlungen in der Ehezeit, die einen Rentenbezug haben, müssen dort angegeben werden. Darunter fallen auch staatlich geförderte Renten, wie sie bei Direktversicherungen oder betrieblichen Altersversorgungen vereinbart sind. Außerdem werden private Rentenversicherungsverträge einbezogen. Haben Sie im Ausland Ansprüche auf gesetzliche Rente oder aus privaten Rentenversicherungsverträgen, müssen sie auch diese dem Familiengericht mitteilen.

Wertermittlung der Anwartschaften

Die ehezeitlichen Werte werden sodann pro Anrecht festgestellt und hälftig auf ein Versicherungskonto des anderen Ehegatten übertragen. Das geschieht in einer recht komplizierten Berechnungsweise. Wichtig ist, dass die endgültigen Rentenbeträge erst mit ihrer Auszahlung bei Beginn der Altersrente feststehen. Bis dahin sind sie relativ und haben nur einen vorübergehenden Zeitwert. 

Ausgleich bestimmter Anrechte erst nach der Scheidung

Schuldrechtliche Ausgleichungen von Versorgungsanrechten bedürfen einer gesonderten Betrachtung. Sie werden erst unter bestimmten Voraussetzungen nach der Scheidung durchgeführt. Der Beschluss zum Versorgungsausgleich bei Ehescheidung besagt, dass diese Anrechte dem nachehelichen schuldrechtlichen Ausgleich vorbehalten bleiben. Wir empfehlen allerdings, diese Anrechte bereits anlässlich der Scheidung zu thematisieren und idealer Weise eine Kompensation oder Ausgleichszahlung vorzunehmen. Sonst entsteht vielleicht nach vielen Jahren noch einmal ein Konflikt in Bezug auf deren Ausgleich. 

Sie können mittels einer Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung eine vertragliche Lösung finden. Aber auch schon anlässlich eines zeitlich vorgelagerten Ehevertrages sind Regelungen möglich. Das Gesetz über den Versorgungsausgleich (VersAusglG) sieht dementsprechend vollständige oder teilweise Ausschlüsse vor. 

Rente aus dem Ausland

Ähnliches gilt für Rentenanwartschaften im Ausland. Diese werden zwar wertmäßig ermittelt und nehmen am gerichtlichen Ausgleichsverfahren teil. Es erfolgt aber kein Ausgleich zusammen mit der Scheidung, da von einer fehlenden Ausgleichsreife ausgegangen wird.